High Performance Energy in Swiss Real Estate: the guide to understand everything
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Mit dem Ziel, bis 2050 CO2-neutral zu werden, hat die Schweiz ein ehrgeiziges Programm zur Energiewende aufgelegt, das auch den Gebäudesektor einschließt. Dieser emittierte im Jahr 2022 9,4 Millionen TonnenCO2-Äquivalent, was fast einem Viertel (22,6 %) der Gesamtemissionen des Landes entspricht(Bundesamt für Umwelt). Um zu diesem Übergang beizutragen, müssen Neubauten – und auch Renovierungen – bestimmte Auflagen in Bezug auf den Energieverbrauch erfüllen: die “gesetzlichen Standards”, die als Haute Performance Énergétique (HPE) und Très Haute Performance Énergétique (THPE) bezeichnet werden. Erklärungen.
High Performance Energy (HPE/THPE), was ist das?
HPE und THPE sind zwei gesetzliche Zertifizierungen, die im Schweizer Immobiliensektor verwendet werden. Sie werden vom kantonalen Amt für Energie an Gebäude vergeben, die sich durch ihre Energieeffizienz beim Bau oder bei der Renovierung auszeichnen.
Zwei gesetzliche Standards für Bau und Renovierung
Die Labels für hohe Energieeffizienz (HPE/THPE) wurden eingeführt, um Gebäude zu zertifizieren, die einen niedrigen Energieverbrauch aufweisen. Sie sind ein fester Bestandteil der Schweizer Gesetzgebung, so dass ihre Erlangung obligatorisch ist, damit der Bau oder die Renovierung den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.
Das Ziel ist es, den Energieverbrauch zu senken (um ihn unter den Durchschnitt für Gebäude desselben Typs zu drücken)und die Umweltauswirkungen der Gebäude zu begrenzen, indem die für Heizung, Beleuchtung und Kühlung verbrauchte Energiemenge minimiert wird. Solche Leistungsniveaus werden durch den Einsatz von Technologien erreicht, die eine hohe Energieeffizienz bieten(siehe unten).
HPE vs. THPE
Obwohl sie das gleiche Ziel verfolgen, sind HPE und THPE zwei Varianten desselben Standards, die spezifische Anforderungen an die Senkung des Energieverbrauchs stellen. Im Wesentlichen verlangt der THPE-Standard eine noch höhere Leistung als der HPE-Standard (20 % weniger Verbrauch als der gesetzliche Referenzwert, gegenüber 10 % beim HPE-Standard), mit zusätzlichen Kriterien im Hinblick auf die verwendeten Materialien und die Systeme zur Energierückgewinnung. In der Praxis ist ein THPE-Gebäude “energiepositiv”: Es erzeugt mehr Energie, als es verbraucht.
Technologien und Innovationen von HPE
Im Rahmen von High Performance Energy (HPE/THPE) werden verschiedene Technologien und Innovationen eingesetzt:
- Fortschrittliche Wärmedämmungstechniken, bei denen hochisolierende Materialien wie Zellulose, Steinwolle und Polyurethan verwendet werden. Was die Gebäude selbst betrifft, so werden sie nach strengen Luftdichtigkeitsstandards entworfen, was den Heiz- und Kühlbedarf senkt.
- Geräte zur Überwachung und Steuerung des Stromverbrauchs, die automatisierte Systeme zur Optimierung der Nutzung von Heizung, Beleuchtung und Haushaltsgeräten beinhalten.
- Systeme, die auf erneuerbarer Energie basieren, wie Photovoltaikanlagen (deren Installation seit 2022 in einigen Kantonen bei Neubauten vorgeschrieben ist) und Wärmepaneele (für die Warmwasserbereitung) sowie Luft- oder Erdwärmepumpen.
Mehrere Bauprojekte veranschaulichen die Anwendung des Standards Haute Performance Énergétique (HPE/THPE) und zeigen, wie sich die Schweiz im Bereich der nachhaltigen Entwicklung positioniert. Dies gilt für das neue nachhaltige Collège in Meyrin (Kanton Genf), das mit den anspruchsvollsten Energiemerkmalen ausgestattet ist, und für den Wohnkomplex Les Auréa mit sieben Gebäuden in Genf, der mit einer zentralen Wärmepumpe ausgestattet ist.
Wie erhalte ich eine HPE- oder THPE-Zertifizierung?
Um ein Zertifikat für hohe Energieeffizienz (HPE/THPE) zu erhalten, müssen je nach gewünschtem Label mehr oder weniger strenge Anforderungen an die Energieeffizienz und die Umweltauswirkungen gestellt werden.
Der HPE/HTPE-Zertifizierungsprozess
Der Zertifizierungsprozess besteht aus mehreren Schritten:
1. Die erste Bewertung des Energiebedarfs des Projekts, die zur Erstellung eines kantonalen Energieausweises für Gebäude (Cantonal Energy Assessment for Buildings, CEBS) führt.
2. Die Einreichung des Antrags bei den zuständigen Behörden im Kanton. Bei Bedarf ist es möglich, während der Planungsphase des Gebäudes ein provisorisches Zertifikat zu erhalten.
3. Die Durchführung der Arbeiten gemäß den Anforderungen, die im Referenzsystem Haute Performance Énergétique (HPE/THPE) festgelegt sind. Diese können je nach Kanton unterschiedlich sein. Siehe z. B. Artikel 12B und 12C der Ausführungsverordnung zum Energiegesetz für den Kanton Genf.
4. Die Endkontrolle und Validierung nach Abschluss der Arbeiten im Rahmen einer offiziellen Inspektion durch einen zugelassenen Experten. Dies führt zur Ausstellung eines HPE- oder THPE-Zertifikats, wenn das Gebäude die Kriterien erfüllt.
Die Rolle von Labels
Labels spielen eine entscheidende Rolle bei der Zertifizierung für hohe Energieeffizienz (HPE/THPE). Das Minergie-Label, das älteste und anerkannteste in der Schweiz,bescheinigt beispielsweise,dass ein Gebäude die Anforderungen für die Zertifizierung nach HPE (Minergie) oder THPE (Minergie-P) erfüllt, die wiederum auf den Kriterien des Labels basieren. Das bedeutet, dass ein Minergie-zertifiziertes Gebäude die in der Schweiz gesetzlich festgelegten minimalen Energieanforderungen erfüllt. Es gibt noch weitere Labels: GEAK und SNBS (Schweizer Standard für nachhaltiges Bauen).
Warum in eine HPE-Wohnung investieren?
Die Investition in ein Gebäude, das als energieeffizientes Gebäude (HPE/THPE) zertifiziert ist, hat drei Hauptvorteile: eine höhere Wertschöpfung, steuerliche Anreize und finanzielle Unterstützung.
Besser verwertete Eigenschaften
Da HPE/THPE-Häuser so konzipiert sind, dass sie den Energieverbrauch senken, sind sie für Käufer aufgrund der Einsparungen ein sicherer Wert, da die Energieeffizienz bei der Immobilienbewertung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dadurch wird der Marktwert von HPE- oder THPE-zertifizierten Immobilien im Laufe der Zeit steigen, was beim Wiederverkauf einen erheblichen Mehrwert verspricht.
Steuerliche Anreize
Der Erwerb eines Gebäudes mit dem Zertifikat für hohe Energieeffizienz (HPE/THPE) kann steuerliche Vorteile bieten, wie z. B. teilweise oder vollständige Befreiung von der zusätzlichen Immobiliensteuer. Diese Anreize variieren jedoch von Kanton zu Kanton und sind nicht systematisch auf alle HPE/THPE-Bauten anwendbar. Diese Vorteile stellen potenziell erhebliche Einsparungen dar, aber es ist wichtig, dass Sie die spezifischen Bedingungen in Ihrem Kanton überprüfen.
Finanzielle Hilfen für den Bau und die Renovierung
Schließlich wurden vom Schweizer Staat und von den Kantonen zahlreiche Förderprogramme eingerichtet, um Bau- und Renovierungsprojekte zu unterstützen, die eine Verbesserung der Energieeffizienz eines Gebäudes zum Ziel haben. Auf nationaler Ebene betrifft dies insbesondere das Gebäudeprogramm. Auf kantonaler Ebene hat z. B. der Kanton Genf seine Fördertabelle verdoppelt und bietet finanzielle Unterstützung für Wärmedämmung und die Installation von Systemen zur Nutzung erneuerbarer Energien.
Die Zertifizierung für hohe Energieeffizienz (HPE/THPE) ist eine wichtige Säule des Schweizer Immobiliensektors und Teil eines nationalen Ansatzes zur Bekämpfung des Klimawandels durch eine drastische Senkung derCO2-Emissionen. Aus diesem Grund hat das Energiegesetz von 2022 diese Standards in den Rechtsrahmen für Bau und Renovierung aufgenommen. Und angesichts der ehrgeizigen Ziele der Schweiz – 60% weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 und CO2-Neutralität bis 2050 – werden diese Standards in den kommenden Jahren zweifellos noch strenger werden.
Häufig gestellte Fragen zu High Performance Energy (HPE/THPE)
Was ist hohe Energieeffizienz (HPE)?
Die hohe Energieeffizienz (HPE) ist ein gesetzlicher Standard in der Schweiz, der Gebäude mit einem unterdurchschnittlichen Energieverbrauch zertifiziert. Er gilt sowohl für Neubauten als auch für Renovierungen und garantiert eine bessere Energieeffizienz.
Was ist der Unterschied zwischen HPE und THPE?
Die sehr hohe Energieeffizienz (THPE) geht noch weiter als die HPE:
Ein HPE-Gebäude muss seinen Verbrauch um mindestens 10 % gegenüber dem gesetzlichen Referenzwert senken.
Ein THPE-Gebäude muss eine Reduzierung von mindestens 20 % aufweisen und fortschrittlichere Energielösungen integrieren (Energierückgewinnung, ökologische Materialien, Erzeugung erneuerbarer Energien).
In der Praxis kann ein THPE-Gebäude mehr Energie produzieren, als es verbraucht.
Wie erhält man eine HPE- oder THPE-Zertifizierung?
Der Prozess umfasst mehrere Schritte:
Energiebewertung des Projekts mittels einem CECB (Certificat Énergétique Cantonal des Bâtiments, kantonales Energiezertifikat für Gebäude).
Einreichung des Antrags bei den kantonalen Behörden.
Durchführung der Arbeiten gemäss den HPE/THPE-Kriterien.
Abschlusskontrolle und Ausstellung des Zertifikats nach Prüfung durch einen zugelassenen Sachverständigen.
Welche Labels sind mit den HPE/THPE-Normen verbunden?
Labels spielen eine wichtige Rolle:
Minergie: bekanntestes Schweizer Label, das die HPE-Konformität bescheinigt.
Minergie-P: verschärfte Version, entspricht dem THPE-Standard.
Weitere Labels: CECB und SNBS (Standard für Nachhaltiges Bauen Schweiz).
Was sind die Vorteile einer HPE/THPE-zertifizierten Wohnung?
Eine höhere Immobilienbewertung, da energetische Kriterien bei der Schätzung zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Erhebliche Energieeinsparungen im Alltag.
Steuerliche Anreize (teilweise Befreiungen je nach Kanton).
Kantonale und nationale Finanzhilfen (Gebäudeprogramm, Subventionen für Isolierung und erneuerbare Energien).
Ist die HPE/THPE-Diagnose für alle Gebäude obligatorisch?
Ja, die Energieeffizienz ist für Neubauten und bestimmte umfangreiche Renovierungen vorgeschrieben. Das erforderliche Leistungsniveau (HPE oder THPE) variiert jedoch je nach kantonaler Gesetzgebung.
Warum ist HPE für die Zukunft der Schweizer Immobilienbranche von strategischer Bedeutung?
Weil sie Teil des nationalen Ziels der CO₂-Neutralität bis 2050 ist. Da der Bausektor für fast ein Viertel der CO₂-Emissionen verantwortlich ist, werden diese Normen in den kommenden Jahren immer strenger werden.
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