Hypothek mit festem Zinssatz: Alles, was Sie für die Finanzierung eines Immobilienkaufs wissen müssen
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Suchen Sie eine Finanzierungslösung für Ihren Immobilienkauf in der Schweiz? Die Festhypothek ist das von den Kreditnehmern am häufigsten gewählte Modell: Dank eines im Voraus vereinbarten und während der gesamten Laufzeit des Kredits stabilen Zinssatzes sind Sie gegen jede Aufwärtsbewegung geschützt. Umgekehrt profitieren Sie nicht von einem Rückgang der Märkte, es sei denn, Sie nehmen mehrere Hypotheken mit aufeinander folgenden Laufzeiten auf. Erfahren Sie , wie eine Festhypothek funktioniert und welche Vorteile sie hat.
Wie funktioniert eine Festzinshypothek?
Wie der Name schon sagt, garantiert diese Art von Hypothek einen festen Zinssatz für die gesamte Laufzeit des Darlehens. Der Zinssatz wird bei Aufnahme der Hypothek mit der Bank für eine Laufzeit zwischen 1 und 15 Jahren vereinbart. Sie können sich auch für kürzere Laufzeiten entscheiden, um die Verlängerung der Hypothek zu nutzen und einen niedrigeren Zinssatz zu erhalten.
Bei einer Festzinshypothek gibt es keinen Höchstbetrag: Der Betrag, den Sie aufnehmen können, richtet sich nach Ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit, d. h. nach dem Anteil der Kosten an Ihrem Einkommen. Dieser darf ein Drittel Ihres Bruttojahreseinkommens nicht überschreiten. Sie sollten auch wissen, dass die Bank Ihnen bis zu 80 % des Wertes Ihrer Immobilie leihen kann, der auf der Grundlage einer von der Bank durchgeführten Bewertung ermittelt wird. Die restlichen 20 % setzen sich aus Ihren eigenen Mitteln zusammen, von denen mindestens die Hälfte nicht aus der beruflichen Vorsorge (zweite Säule) stammen darf.
Sie können zwischen direkter und indirekter Rückzahlung Ihrer Hypothek wählen. Im ersten Fall verringern Sie Ihre Schulden mit jeder Rückzahlung, und Ihre Zinsen sinken allmählich. Im zweiten Fall investieren Sie die monatlichen Raten in die Altersvorsorge (dritte Säule) und zahlen während der gesamten Laufzeit des Kredits die gleichen Zinsen zurück, bevor Sie den Kredit bei Fälligkeit zurückzahlen.
Wie wird der Zinssatz für eine Festhypothek festgelegt?
Wenn Sie für den Kauf einer Immobilie eine Festhypothek aufnehmen, profitieren Sie von langfristig stabilen Zinssätzen. Doch wie wird dieser Zinssatz überhaupt festgelegt? Die Bedingungen für diese Art von Darlehen hängen von einer Reihe von Parametern ab:
– Die Lage auf dem Finanzmarkt, d.h. die aktuellen Zinssätze.
– Das Einkommen des Kreditnehmers: Ein hohes Einkommen bietet der Bank zusätzliche Sicherheit und führt zu einem niedrigeren Zinssatz.
– Die Laufzeit des Kredits: Je kürzer die Laufzeit, desto niedriger der Zinssatz und umgekehrt.
– Die von den einzelnen Finanzinstituten festgelegten Bedingungen: Die Banken können sehr unterschiedliche Zinssätze verlangen.
Warum ist eine Festzinshypothek so attraktiv?
Der Hauptvorteil einer Festzinshypothek ist ihre Stabilität. Da der Zinssatz im Voraus festgelegt wird, sind Sie vor Marktsteigerungen geschützt, die Ihre Zinskosten automatisch erhöhen würden. Da die Zinsen und Gebühren während der gesamten Rückzahlungsdauer unverändert bleiben, ist Ihr Budget im Voraus bekannt: Sie können Ihre Kosten über mehrere Jahre hinweg genau kalkulieren, ohne böse Überraschungen befürchten zu müssen. Diese Art von Hypothek ist daher wie geschaffen für Menschen, die Wert auf ihre finanzielle Stabilität legen.
Ein weiterer Vorteil: Bei einer Festhypothek können Sie sich für den indirekten Amortisationsmechanismus entscheiden. Mit erheblichen steuerlichen Vorteilen: Nicht nur die Hypothekarzinsen sind steuerlich absetzbar, sondern auch die Einzahlungen in die Vorsorgeeinrichtung.
Schließlich bietet dieses Darlehensmodell die Möglichkeit, den Zinssatz für die nächste Hypothek im Voraus festzulegen – dies wird als “Forward-Hypothek” bezeichnet. In der Praxis können Sie den Zinssatz bis zu 12 Monate vor der Auszahlung des geliehenen Betrags festlegen, zum Beispiel wenn die Marktzinsen fallen. Die Bank kann zusätzliche Gebühren erheben.
Was sind die Grenzen eines Festzinskredits?
Der Vorteil einer Festzinshypothek ist gleichzeitig ihr größter Nachteil: Da die Zinsen im Voraus festgelegt werden, sind Sie vor einem möglichen Anstieg geschützt, ohne jedoch von einer Phase des Rückgangs zu profitieren. Sie sind für die gesamte Laufzeit des Kredits “eingesperrt”.
Und wenn Ihre Hypothek abgelaufen ist, müssen Sie Ihre Finanzierung neu bewerten. Je nach Marktlage können Sie einen niedrigeren Zinssatz erhalten… oder einen höheren. Dieses Risiko kann jedoch durch eine Staffelung Ihrer Hypotheken minimiert werden: eine Lösung, bei der die gesamte Finanzierung auf mehrere Hypothekentranchen mit unterschiedlichen Vertragslaufzeiten aufgeteilt wird.
Schließlich fallen bei dieser Art von Hypothek im Falle einer vorzeitigen Rückzahlung oder Kündigung in der Regel erhebliche Kosten an. Der Betrag hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Restlaufzeit des Darlehens und dem vereinbarten Zinssatz. In manchen Fällen erweist sich die lange Laufzeit der Hypothek als Nachteil: Wenn Sie die Immobilie aufgrund einer familiären oder beruflichen Veränderung verkaufen müssen, kommen hohe Kosten auf Sie zu.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Festhypothek zwar das gängigste und sicherste Finanzierungsmodell für Schweizer Kreditnehmer ist, aber nicht unbedingt in jedem Fall die beste Lösung darstellt. Um herauszufinden, ob diese Art von Darlehen für Sie geeignet ist, besprechen Sie Ihre Immobilienpläne mit Ihrem Makler.
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